Barbaratag – was ist das? | Blume2000.de

Am 4. Dezember ist es wieder so weit: Es ist Barbaratag! Ihr wisst nicht, was das für ein Tag ist? Hier erfahrt ihr, was es damit auf sich hat.

Barbaratag: Alles, was ihr über den Tag und seine Bräuche wissen müsst

Einige von euch haben vielleicht schon von diesem besonderen Tag Anfang Dezember gehört, der, obwohl er nur so wenige Wochen von Weihnachten entfernt ist, doch so überhaupt gar nichts mit bunten Lichtern, Lametta und Christbaumkugeln zu tun hat. Auch ist der Barbaratag, der jedes Jahr am 4. Dezember stattfindet, kein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag – dann wäre er wohl noch etwas bekannter. Dennoch kann der Barbaratag auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken. Diese möchten wir euch hier genauer erklären, euch mit der heiligen Barbara bekanntmachen, der dieser Feiertag gewidmet ist, und euch etwas mehr über die Bräuche erzählen, die mit ihrem Ehrentag schon seit mehreren Jahrhunderten verknüpft sind.

Wer war die heilige Barbara?

Die Namensgeberin des Barbaratages ist eine junge Frau, die Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedien, dem heutigen Izmir in der Türkei, gelebt haben soll. Klug und schön soll die junge Frau namens Barbara gewesen sein, die gegen den Willen ihres Vaters zum Christentum konvertierte. Häufig soll sich Barbara mit einer Gruppe von Christen getroffen haben, um von diesen mehr über ihren Glauben zu erfahren. Als ihr Vater Dioscuros – der als Christenhasser bekannt war – davon erfuhr, sperrte er sie in einen Turm, um sie von eben diesen fernzuhalten. Letztendlich soll Barbara von ihrem eigenen Vater getötet worden sein. Dioscuros wiederum wurde daraufhin, so sagen es einige Legenden, von einem Blitz erschlagen. Aufgrund dieser Erzählungen wird Barbara bereits seit Jahrhunderten als Märtyrerin verehrt. Allerdings kann die Existenz dieser Jungfrau nicht vollständig bewiesen werden. Der offizielle kirchliche Feiertag, den es einst für die heilige Barbara gab, wurde aus diesem Grund wieder abgeschafft. Nichtsdestotrotz gilt der 4. Dezember nach wie vor als der Tag, der Barbara von Nikomedien gewidmet ist. Sie gilt als Schutzpatronin für Bergleute, aber auch als Helferin gegen Blitz- und Feuergefahr und ist daher Patronin für Berufsgruppen, die mit Pulver(technik) und Feuer zu tun haben, wie beispielsweise Pyrotechniker und Feuerwehrmänner. Auch das Technische Hilfswerk (THW) feiert jedes Jahr den Barbaratag und gedenkt so ihrer Schutzpatronin.

Barbaratag Brauch: Warum sich alles um Obstbaumzweige dreht

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Im Verlauf der Jahrhunderte wurden die unterschiedlichsten Bräuche entwickelt, um der Jungfrau Barbara die Ehre zu erweisen und ihr zu gedenken. Einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Brauch, ist das Abschneiden von Obstbaumzweigen, den sogenannten Barbarazweigen. Die Zweige, die beispielsweise von Kirsch-, Apfel- oder Quittenbäumen stammen können, werden in der Wohnung in eine Vase mit Wasser gestellt und sollen an Heiligabend voll erblühen. Der Volksglaube besagt, dass die aufblühenden Zweige auf ein nächstes Jahr voller Glück hindeuten würden.

Warum wird dieser Brauch mit der heiligen Barbara in Verbindung gebracht? Einer der vielen Legenden nach, soll Barbara auf dem Weg ins Gefängnis an einem Zweig hängen geblieben sein. Diesen soll sie anschließend ins Wasser gestellt haben. An dem Tag, an dem sie durch ihren Vater hingerichtet wurde, soll der Zweig schließlich in voller Blüte gestanden haben. Da das Leben der jungen Frau allerdings nicht ausreichend belegt werden kann, gibt es auch Überlegungen, dass das Abschneiden der Barbarazweige ausgerechnet am 4. Dezember einfach daher rührt, dass die Blüten, wenn die Zweige in einem warmen Raum stehen, genau bis Heiligabend brauchen, um aufzugehen.

Die Barbarazweige und ihre unterschiedlichen Bedeutungen

Es sollte nicht wundern, dass sich nicht nur viele Legenden um die Frau ranken, dem der Barbaratag gewidmet ist, sondern dass auch die Blüten der Barbarazweige unterschiedlich gedeutet werden. Häufig wird das Aufblühen als ein Zeichen für ein glückliches kommendes Jahr gesehen. Doch ein Brauch, der so weit verbreitet ist, wie der des Barbaratages, kann unterschiedliche Formen annehmen. So können die Blüten der Obstbaumzweige auch als ein Zeichen für Leben, Hoffnung und Fruchtbarkeit gelten.

In Niederösterreich gibt es die besondere Tradition, an die abgeschnittenen Zweige Zettelchen mit einem Namen darauf zu binden. Erblühen die Barbarazweige an Weihnachten, darf eben diese Person auf besonders viel Glück im nächsten Jahr hoffen. Ebenso gibt es den Glauben daran, dass die Blüten im Winter Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Auf dem Land soll man früher die Barbarazweige mit Stroh umwickelt haben, um sie auf diese Weise vor Schaden durch bösen Zauber zu beschützen. So wollten sich die Bauern eine gute Ernte für das kommende Jahr sichern.

Doch die Bedeutungen drehen sich nicht nur um Glück und Fruchtbarkeit, sondern auch um die Liebe. Eine weitere Variante des Barbarazweig-Brauchs ist es, dass Mädchen den Namen ihres Schwarms auf einen Zettel schreiben und diesen an einem Zweig befestigen. Blühen die Knospen bis Heiligabend auf, darf auf die große Liebe gehofft werden. In dem Fall, dass die Knospen verschlossen bleiben, steht dies nicht nur für Unglück, sondern deutet auch auf eine hoffnungslose Schwärmerei hin. Wer diesen Brauch einmal ausprobieren möchte, findet unter Blumen für jeden Anlass – so auch die für den Barbaratag – natürlich bei uns.

Ein zusätzlicher Tipp für die Barbarazweige

Ob die Barbarazweige aufblühen oder nicht, hängt nicht nur mit Glück und Glauben zusammen. Vielmehr trickst ihr die Zweige von Kirsche und Co. aus, indem ihr sie in eure warme Wohnung holt. Die Zweige denken dann, es sei Frühling und daher an der Zeit, die Knospen auszutreiben. Damit die Rechnung vom Barbaratag bis Heiligabend allerdings aufgeht, müssen die Zweige vor dem Schneiden schon einmal Frost erlebt haben. Die Kälte signalisiert ihnen, dass Winter ist. Sollte es wider Erwarten vor dem 4. Dezember noch keinen Frost gegeben haben, könnt ihr euch eines Tricks behelfen, um die Barbarazweige dennoch zum Blühen zu bringen. Legt sie einfach vorübergehend in die Tiefkühltruhe oder je nach Größe ins Gefrierfach. So könnt ihr eurem Glück ein bisschen auf die Sprünge helfen.



Bildenachweis:
Quittenzweige im Glas (Natalia Van Doninck/iStock)
Kirschzweige im Glas (Ls9907/iStock)