Duftrosen, Lavendel und Co. - Warum Blumen duften | Blume2000.de

Blumen wie Duftrosen, Lilien oder Lavendel erfreuen uns mit ihrem tollen Duft. Doch warum riechen sie eigentlich so gut?

Leuchtendes Rot, sattes Pink oder strahlendes Gelb – im Reich der Blumen sind alle möglichen Farbtöne vertreten. Alleine die Bedeutung der Blumenfarben ist vielfältig, doch ist es nicht sie allein, die all die bunt blühenden Pflanzen zu etwas ganz Besonderem macht. Wir erfreuen uns nicht nur an ihrem Anblick, sondern ganz besonders auch an ihrem Duft. Einige Sorten, wie beispielsweise Duftrosen, werden sogar speziell wegen ihres besonderen Geruchs gezüchtet. Doch damit wäre immer noch nicht geklärt, warum Blumen überhaupt duften. Dieser Frage wollen wir uns heute ganz genau widmen und darüber hinaus klären, was der Duft von Blumen bei uns auslösen kann.


Der Duft der Blumen: Darum ist er überlebenswichtig

Dass Blumen uns mit ihrem Duft erfreuen, ist zwar ein toller Effekt. Dennoch ist dies nicht der ursprüngliche von der Natur so vorgesehene Zweck. Durch ihren Geruch sichern Pflanzen in erster Linie die Erhaltung ihrer Art und damit letztendlich ihr Überleben. Weil sie in der Regel ihr Leben lang an ein- und denselben Ort gebunden sind, haben sie nicht die Möglichkeit, sich wie andere Lebewesen fortzupflanzen. Sie sind auf die Hilfe ihrer Umwelt angewiesen. In Europa unterstützen sie größtenteils Bienen, Hummeln und Schmetterlinge dabei, ihre jeweilige Art zu erhalten. Diese kleinen Helferlein sammeln in den Blüten der unterschiedlichsten Blumen nicht nur ihre Nahrung, sondern tragen gleichzeitig auch deren Pollen von Blüte zu Blüte und bestäuben diese so.

Doch Schmetterlinge, Hummeln und Bienen kommen nicht etwa ganz von selbst auf einen kleinen Besuch vorbei. Sie wollen angelockt werden. Dazu dienen unter anderem die unterschiedlichen Farben der Blumen. Genauso wichtig ist aber auch der Blumenduft. Je nach Duftart werden unterschiedliche Bestäuber angelockt. Bienen zum Beispiel suchen besonders gerne Blumen auf, die einen süßlichen Duft verströmen – wie zum Beispiel Rosen. Die Tageszeiten, zu denen Blumen besonders intensiv duften, können variieren, je nachdem welche Art von Bestäubern sie zu sich locken möchten. Während die meisten Blumen tagsüber für die Bienen und Hummeln ihre Blüten öffnen und ihren Duft verströmen, gibt es Pflanzen wie die Nachtkerze, deren besonders süßlicher Duft sich erst am Abend entfaltet. Damit möchten diese Blumen die Nachtfalter anlocken.

Es gibt auch einige Blumen, die tricksen, und den Insekten mit ihrem angenehmen Duft zwar anlocken, ihr Versprechen dann aber gar nicht halten können. So zum Beispiel die Orchidee: Ihr süßer Duft lockt viele Bienen an, die sich eine Portion Nektar erhoffen. Doch in Wahrheit gibt es bei den Orchideen gar nichts zu holen. Sie führen die Bienen nur zu sich, damit diese ihre Blüten bestäuben.



Warum duften helle Blüten stärker?

Wer einmal die unterschiedlichen Düfte auf einer Blumenwiese gerochen hat, wird vielleicht festgestellt haben, dass der Duft von Blumen mit hellen Blüten häufig intensiver ist, als derjenige, von Pflanzen mit Blüten in dunklen kräftigen Farben. Dieses Phänomen ist nicht etwa eine Laune der Natur. Der Blumenduft kann je nach Farbe der Blüten variieren, weil diese unterschiedlich gut gesehen wurden. Kräftige Farben fallen den Insekten besser ins Auge und werden daher auch ohne einen besonders intensiven Geruch gut wahrgenommen und häufig genug angeflogen. Helle Farben, wie beispielsweise Weiß, sind für die Bestäuber auf den ersten Blick zu unscheinbar. Darum helfen sich Blumen, wie unter anderem der Schneeballstrauch, mit einem sehr starken und schweren Geruch. Für Pflanzenarten, wie den Schneeballstrauch, gibt es im Übrigen auch einen zusätzlichen Begriff in der Gärtnersprache: Duftblumen.

Die Erklärung: Was sind Duftblumen?

Duftblume ist ein Begriff, der sich nicht in der Botanik – also der Lehre der Pflanzen – findet, dennoch wird er sehr häufig verwendet. Unter Duftblumen versteht man in der Regel Pflanzen, deren Geruch im Gegensatz zu anderen Blumen besonders hervorsticht. Zu dieser Gruppe gehört beispielsweise auch die Lilie. Ihr könntet die unterschiedlichsten Blumen in eurer Wohnung arrangieren und dennoch wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr nur den Duft der Lilien wahrnehmen würdet. Ähnlich verhält es sich mit dem bereits erwähnten Schneeball oder auch Blumen wie Pfingstrosen oder Flieder.

Außerdem gibt es Blumenarten, wie zum Beispiel die Duftrosen, die extra so gezüchtet werden, dass ihr Duft stärker hervortritt. Durch die Kreuzung verschiedener bereits vorhandenen Sorten, erreichen die Züchter, dass ausgewählte Eigenschaften – in unserem Fall der Duft – sich besser ausprägen. Derzeit existieren mehr als 30.000 verschiedene Rosensorten. Als Wildrosen werden dabei diejenigen bezeichnet, die auf natürliche Weise entstanden sind. Hier noch ein kleiner Tipp für alle unter euch, die auf der Suche nach Duftrosen für ihren Balkon oder Garten sind: Die meisten Duftrosen zählen zur Oberkategorie der Edelrosen. Die haben eine besonders schöne und große Blüte, die meistens allein auf einem starken Stamm steht. Dadurch lassen sich diese Rosen aber auch sehr gut für die Vase zurechtschneiden.

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Die Königin der Blumen, wie die Rose häufig auch genannt wird, ist aufgrund ihres angenehmen Geruchs Bestandteil einer Vielzahl von Parfums. Parfümeure entdeckten bereits zu Zeiten des Altertums, dass sich Rosen hervorragend für die Herstellung ihrer Düfte eignen. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, den Duft von Blumen zu konservieren. Aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt beispielsweise die Tradition des Potpourri.

Für eure Wohnung: ein buntes Potpourri der Düfte

Ursprünglich leitet sich der Begriff 'Potpourri' aus dem Französischen ab. Er bedeutet so viel wie 'verdorbener Topf', wird dem, was sich hinter dem Wort verbirgt, allerdings so überhaupt nicht gerecht. Denn ein Potpourri enthält keineswegs verdorbene, sondern vielmehr getrocknete Blüten und andere Pflanzenteile von Duftblumen, die haltbar gemacht wurden, damit ihr schöner Geruch erhalten bleibt. Im 18. und 19. Jahrhundert galten Potpourris in bürgerlichen Wohnungen als Luxusartikel, die nicht nur wegen ihres Blumenduftes, sondern auch aufgrund ihres hübschen Aussehens geschätzt wurden. Noch heute sind die Mischungen aus getrockneten Blumen eine tolle Möglichkeit, um den Raumduft auf schnelle und unkomplizierte Art zu verbessern. Für die Herstellung eures eigenen Potpourri haben wir euch hier eine Anleitung zusammengestellt. Aber warum lohnt es sich überhaupt, den Duft der Blumen zu erhalten?

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Wenn uns Erinnerungen in der Nase kitzeln: So kann Blumenduft auf uns wirken

Auch wenn es nicht der Hauptzweck des Blumenduftes ist, dass wir unsere Nasen an die Blüten halten, so ist doch nicht abzustreiten, dass der schöne Geruch der Blumen gute Gefühle in uns auslösen kann. Dies mag zum einen daran liegen, dass wir mit dem Duft von Rosen, Lilien oder Maiglöckchen bestimmte Erinnerungen verbinden. Vielleicht denkt ihr bei dem Duft von Rosen an den wunderschönen Garten eurer Großmutter, der immer vom intensiven Geruch dieser Pflanzen erfüllt war. Oder euch versetzt der Duft von Maiglöckchen an den Tag zurück, als ihr konfirmiert wurdet – schließlich sind Maiglöckchen hier ein typisches Geschenk.

Doch Blumenduft kann uns nicht nur an längst vergessene Zeiten erinnern, sondern auch unsere Phantasie ankurbeln. Kornblumen beispielsweise verströmen einen besonders exotischen Duft und entführen uns dadurch, obwohl sie meistens in oder am Rande von Getreidefeldern wachsen, in fremde Länder. Lavendel wiederum lässt uns sofort an die weiten Landschaften der Provence im Südosten Frankreichs mit zahlreichen lilafarbenen Pflanzen denken. Hier ist die Lavendelblüte ein Naturschauspiel, das jeden Sommer unzählige Touristen anlockt.

Duftblumen helfen allerdings nicht nur unserem Gedächtnis auf die Sprünge oder verschönern unsere Gedanken, sie erleichtern uns auch unseren Alltag und spornen Körper und Geist zu besseren Leistungen an.

Angenehme Träume durch Rosenduft: Wie Blumenduft unser Leben schöner und leichter macht

Natürlich fühlen wir uns in Gegenwart von wohltuenden Gerüchen besser, als wenn wir von unangenehmen Düften umgeben sind. Doch wusstet ihr auch schon, dass Rosenduft das Einschlafen erleichtern kann? Eine Studie, die das Schlafverhalten im Zusammenhang mit verschiedenen Gerüchen untersuchte, ergab, dass es sich umgeben von angenehmen Rosenduft besser schläft. Nicht nur, dass wir schneller einschlafen können, wir träumen auch schöner. Wenn das nicht ein besonders stichhaltiges Argument ist, um mal wieder rote Rosen, beziehungsweise Duftrosen, zu verschenken.

Einer Untersuchung der Harvard Universität zufolge kann der Duft von bestimmten Pflanzen darüber hinaus auch unser Lernverhalten beeinflussen. Studenten, die umgeben von Rosmarin- und Lavendelduft lernten, erzielten bei einer folgenden Prüfung bessere Ergebnisse. Sobald die Studienteilnehmer wieder Lavendel oder Rosmarin rochen, konnten sie sich schneller an das zuvor Gelernte erinnern.

Der Geruch von Pfefferminz hat dagegen einen ganz anderen Effekt. Studien mit verschiedenen Sportlern bewiesen, dass sich der frische Duft der Minze positiv auf die körperliche Kondition und Leistung auswirkt. Nicht nur Gewichte lassen sich mit einem Hauch von Menthol in der Nase leichter stemmen, auch schnelle Läufe oder Liegestütze fallen den Untersuchungsergebnissen zufolge leichter. Also stellt euch schnell ein paar Duftblumen in die Vase – es kann nie schaden!



Bildnachweise:
75033321 (rosen-oel-seife): Öl und Seife aus Rosen
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