Gartentipps: Den Garten winterfest machen

Winterspaziergang in pinken Gummistiefeln
Junge Frau mit Schubkarre

Wir erklären euch Schritt für Schritt, wir ihr euren Garten winterfest machen könnt, damit er auch im nächsten Jahr genauso schön erblüht, wie in diesem.

Gartentipps: So könnt ihr euren Garten winterfest machen

Wenn die Sonne ihre Kraft verliert und die Blätter beginnen, sich zu verfärben, dann wissen wir alle, dass es Zeit ist, unsere Gärten auf die kommenden kalten Monate vorzubereiten. Schließlich möchten wir auch im nächsten Jahr unseren schönen Garten genießen können. Aber gibt es überhaupt Pflanzen, die auch die kalten Temperaturen gut überstehen? Und wann sollten wir mit den Vorbereitungen beginnen? Auf all diese Fragen haben wir hier Antworten gesammelt. Wir zeigen euch, wie ihr euren Garten winterfest machen könnt, welche Utensilien euch dabei helfen und welche Pflanzen im Winter besonderen Schutz brauchen. Zusätzlich gibt es noch eine Auswahl an hübschen winterharten Pflanzen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um das Laub einzusammeln?

Es ist so schön anzusehen, wenn die bunten Blätter an den Bäumen leuchten. Doch liegen sie erst einmal auf dem Boden, muss sich jeder Gartenbesitzer darum kümmern, dass sie dort nicht liegen bleiben. Es lohnt sich allerdings, mit dem Einsammeln des Laubes bis nach dem ersten Frost zu warten (wenn ihr euch nicht allzu viel Mühe machen möchtet). Dann nämlich fallen die meisten Blätter von den Bäumen. Zusätzlicher Tipp: Auf Blumenbeeten kann das Laub ruhig liegen bleiben. Hier bietet es für winterharte Pflanzen zusätzlichen Schutz. Für Rasenflächen gilt das Gegenteil. Diese solltet ihr am besten komplett vom Herbstlaub befreien. Sonst könnten im nächsten Jahr unschöne braune Stellen auf dem Gras zu sehen sein.

Mädchen in Garten mit Zweig

Jetzt kommt die Schere zum Einsatz

Einige Bäume in eurem Garten solltet ihr sogar schon im Herbst mit einer Astschere zu Leibe rücken. Das gilt vor allem für Baumsorten, die bereits sehr früh im Jahr Blüten tragen (wie zum Beispiel die Forsythie) oder die besonders stark blühen. Andere Arten solltet ihr erst zurückschneiden, wenn der Winter schon angebrochen und das gesamte Laub heruntergefallen ist. Dann verlieren die Bäume durch den Astbeschnitt keine wichtigen Nährstoffe mehr. Fallen die Temperaturen allerdings unter -5 Grad, könnt ihr eure Astschere in der Gartenhütte liegen lassen. In diesem Fall ist es zu kalt, um die Bäume in eurem Garten zu beschneiden. Sind die Äste nämlich gefrorenen, können sie leicht brechen und der Baum könnte verletzt werden.

Und wie sieht es mit dem Rückschnitt der Sträucher und Hecken aus? Wartet auch hier am besten, bis das Laub vollends abgefallen ist. Für Hecken, in denen sich Brutvögel eingenistet haben, gilt auf jeden Fall, dass sie nicht vor Ende September beschnitten werden sollten, um den Tieren genügend Zeit für ihren Nachwuchs zu geben. Bei Sträuchern sollten möglichst nur die kranken und vertrockneten Äste zurückgeschnitten werden. Bei Hecken könnt ihr zunächst ähnlich verfahren. Allerdings bietet es sich an, hier noch etwas großzügiger zu sein. Ihr dürft ruhig rund ein Drittel der Triebe kürzer schneiden. So treibt die Hecke im nächsten Jahr wieder mit voller Kraft aus. Zwei zusätzliche Gartentipps: Schneidet die Hecke oben schmaler als unten. So kann mehr Licht eindringen und die Triebe können gleichmäßig wachsen. Um euch die Arbeit zu erleichtern, könnt ihr gerade beim Schneiden von großen und hohen Hecken eine elektrische Heckenschere benutzen. Solange die Triebe nicht zu dick sind, könnt ihr aber ebenso auch eine herkömmliche Heckenschere verwenden.

Wenn ihr Rosensträucher habt, solltet ihr diese im Herbst am besten nur leicht stutzen. Im nächsten Frühjahr könnt ihr sie dann richtig zurückschneiden. Vor Frost schützt ihr eure Rosen am besten, indem ihr um die knorrigen tiefliegenden Triebe herum eine Schicht Rindenmulch oder auch Blumenerde anhäuft. Bei Kletterrosen müssen im Winter nur die Haupttriebe ganz unten mit Rinde, Jute oder auch Laub bedeckt werden.

Kübelpflanzen brauchen im Winter besondere Pflege

Selbst winterharte Kübelpflanzen sollten nicht unbedingt direkt dem Frost ausgesetzt sein. Sie müssen zwar nicht im Haus oder in der Wohnung überwintern, brauchen aber einen anständigen Schutz, damit sie im kommenden Frühjahr genauso gut und kräftig gedeihen, wie schon im Jahr zuvor. Unsere Grafik zeigt euch, wie ihr eure Kübelpflanzen winterhart machen könnt und welche Materialien ihr dazu benötigt. Von Anfang an spielt der Standort eine sehr wichtige Rolle. Sowohl im Garten wie auch auf dem Balkon sollten Kübelpflanzen in einer windstillen Ecke platziert werden, wo mit nur wenig Regen- und Schneeeinfall zu rechnen ist. Außerdem sollte der Kübel nach Möglichkeit nicht direkt mit dem gefrorenen Boden in Kontakt kommen. Legt zum Beispiel einen Untersetzer oder einen Teller dazwischen. Unsere Anleitung lässt sich übrigens ohne Probleme auf junge Bäume und Sträucher übertragen. Diese solltet ihr ebenfalls entsprechend vor der Eiseskälte schützen.

Gartentipps: Den Garten winterfest machen

Zwiebelpflanzen sind winterfest?

Zu den winterharten Zwiebelpflanzen zählen größtenteils diejenigen, die in die Kategorie der Frühblüher fallen. Damit sind zum Beispiel gemeint: Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse, Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. Ihre Blumenzwiebeln könnt ihr im Winter im Boden lassen und euch trotzdem im nächsten Jahr über die vielen bunten Farben in eurem Garten oder auf eurem Balkon freuen. Anders ist es mit den Zwiebeln der Sommer- und Herbstblumen wie Begonien, Dahlien und Gladiolen. Sie überstehen den kalten Winter nicht. Diese Pflanzenzwiebeln solltet ihr ausgraben und an einem trockenen, dunklen Ort lagern. Ein Sonderfall sind Lilien. Zwar blühen sie ebenfalls im Sommer, ihre Zwiebeln dürfen aber trotzdem auch im Winter in der Erde bleiben.

Auch der Teich darf im Winter nicht zu kurz kommen

Um euren Garten vollständig winterfest machen zu können, darf natürlich auch der Teich, wenn vorhanden, nicht vergessen werden. Sollten in eurem Teich Fische leben, müsst ihr auf jeden Fall darauf achten, dass das Wasser nie ganz zufriert, um das Leben der Tiere nicht zu gefährden. Besonders groß ist die Gefahr des Zufrierens bei Teichen, die weniger als 90 cm tief sind. In diesem Fall sollten die Fische nicht im Teich überwintern. Teichpflanzen wie Schilf könnt ihr vor dem Wintereinbruch ohne Probleme zurückschneiden. Beachtet allerdings, dass ein Teil der Pflanze noch über die Wasseroberfläche hinausragt. So kann der Teich sich noch selbst belüften, auch wenn das Wasser gefroren ist. Ein kleiner zusätzlicher Hinweis: Es lohnt sich in jedem Fall noch vor Beginn des Winters ein Netz über den gesamten Teich zu spannen. So fallen Blätter und andere umher wehende Pflanzenteile nicht ins Wasser. Da könnt ihr euch das lästige Keschern sparen. Unsere Gartentipps für Brunnen- und Wasserspiele: Leert und reinigt die Wasserleitungen und schützt die Wasseruhren vor dem Frost. Dann sollte alles ohne Probleme den Winter überstehen.

Blaumeise im Winter
Hände halten Blumenzwiebeln

So erstrahlt euer Balkon auch im Winter

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Es gibt aber noch mehr als den klassischen Buchsbaum. Auch Hibiskus, Efeu und Wein können der Kälte des Winters ohne großen Aufwand trotzen. Für ein bisschen mehr Abwechslung auf dem Balkon sorgen wiederum Erika, Schneeheide oder Winterjasmin. Sie zählen zu den farbenfrohen Winterblumen. Möchtet ihr auch im Winter nicht auf frische Kräuter vom eigenen Balkon verzichten, empfehlen wir euch im Sommer Thymian, Salbei und Bohnenkraut heranzuziehen. Diese Balkonpflanzen sind ebenfalls winterhart. Sie sollten aber zum Schutz vor der Kälte um den Wurzelhals herum mit Laub und eventuell ein wenig Reisig bedeckt werden.

Leider gibt es auch viele Pflanzen, die einen Winter auf eurem Balkon nicht überstehen würden. Gerade Gewächse, die in Deutschland nicht heimisch sind, haben mit den Witterungsbedingungen zu kämpfen. Je nach Lage des Balkons werden diese noch verstärkt. Zitruspflanzen wie Zitronenbäume sollten beispielsweise schon vor Einbruch des Winters den Standort wechseln. Sie gehören im Winter nach drinnen und sollten auch hier möglichst viel Sonne haben. Gewächse wie Oleander oder Palmen sollten ebenfalls nicht dem Frost ausgesetzt werden. Während Oleander kaum Licht benötigt und ohne Weiteres im Keller gelagert werden kann, braucht es die Palme schon etwas behaglicher. Sie solltet ihr am besten auch zu euch in die warme Wohnung holen und ihr einen Standort mit viel Lichteinfall suchen.

Nicht nur Pflanzen und Bäume brauchen Winterschutz

Wenn ihr alle Pflanzen und Bäume winterfest gemacht habt, könnt ihr euch schon fast zurücklehnen und die Natur genießen. Allerdings solltet ihr vorher daran denken, auch die Gartengeräte im Winter entsprechend einzulagern. Bevor ihr Rasenmäher und Co. in den Keller bringt, solltet ihr allerdings alle Gerätschaften einmal gründlich reinigen und sichergehen, dass sich nicht noch irgendwo feuchte Stellen finden. Sonst besteht die Gefahr, dass sie rosten könnten. Ähnlich solltet ihr auch mit euren Gartenmöbeln verfahren. Wenn möglich, sollten sie im Winter im Keller oder in der Garage eingelagert werden. Ihr habt nicht genügend Platz? Nicht so schlimm. Inzwischen gibt es viele Materialien wie Aluminium, Edelstahl oder auch Polyrattan, die weder rosten noch porös werden. Gartenmöbel aus diesen Materialien sollten problemlos im Freien überwintern können. Trotzdem möchten wir euch dazu raten, sie an einem geschützten Standort, vielleicht unter einem Carport oder nahe der Hauswand, aufzustellen. Ebenfalls wichtig: ausreichend große Abdeckplanen. Wenn sie nicht bereits Teil des Angebots waren, könnt ihr sie einfach in einem Bau- oder Gartenmarkt kaufen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Größen. So habt ihr im nächsten Jahr nicht nur Freude an den schönen Blumen und Pflanzen, sondern könnt Flora und Fauna vom gemütlichen Gartenstuhl aus beobachten.


Bildnachweis:
Junge Frau mit Schubkarre (©iStock/AlpamayoPhoto)

Mädchen in Garten mit Zweig (©iStock/isabel tiessen pastor)
Blaumeise im Winter (©iStock/schnuddel)
Hände halten Blumenzwiebeln (©iStock/AtWaG)
Winterspaziergang in pinken Gummistiefeln (©iStock/cjp)