Immergrüne Gartenpflanzen: Tipps & Tricks | Blume2000.de

Erfahrt alles über immergrüne Gartenpflanzen, die euren Garten das ganze Jahr über gut aussehen lassen. Außerdem gibt es Tipps zu winterharten Pflanzen.

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Wenn im Frühjahr die ersten Tulpen und Narzissen aus dem Boden sprießen, im Sommer die Gladiolen blühen und im Herbst die Dahlien ihre Blüten öffnen, freut sich unser Blumen-Herz. Leider blühen diese Blumen nicht das ganze Jahr über. Mit immergrünen Gartenpflanzen könnt ihr allerdings dafür sorgen, dass euer Garten an keinem einzigen Tag des Jahres sein Grün verliert. Wir zeigen euch, welche verschiedenen Gartenpflanzen winterhart und immergrün sind und erklären, wo und wann ihr sie am besten einpflanzt.

Winterharte Pflanzen: Sträucher für jede Jahreszeit

Für den richtigen Farbtupfer: der Feuerdornstrauch


Es gibt zahlreiche immergrüne Gartenpflanzen, die nicht nur winterhart sind, sondern in der Regel auch mehrjährig. Zu den typischen winterharten Pflanzen zählt beispielsweise der Feuerdornstrauch. Ihn erkennt ihr auf den ersten Blick an seinen roten Beeren, die im Herbst und Winter austreiben. Im Frühsommer trägt der immergrüne Strauch weiße Blüten. Zu einem der großen Vorteile von Feuerdorn zählt, dass das Gewächs nur geringe Ansprüche an seine Umgebung stellt. Es wächst fast in jedem Boden. Auch Kalk bereitet dem Strauch keine Probleme. Ein sonniges Plätzchen ist ebenso als Standort für die Pflanze geeignet wie ein schattiges. Größere Auswirkungen auf das Wachstum des Feuerdorns hat insbesondere die Wasserzufuhr. Im Sommer ist es wichtig, die Pflanze zusätzlich zu gießen, sollte es einmal besonders trockene Phasen geben. Ansonsten reicht die Bewässerung durch Regen und zusätzliches gelegentliches Gießen völlig aus. Die beste Pflanzzeit für Feuerdorn ist zwischen Oktober und März bei mäßigen Temperaturen.

Saftiges Grün: die Glanzmispel


Die Glanzmispel zählt ebenfalls zu den winterharten Pflanzen. Ebenso wie der Feuerdorn ist sie relativ anspruchslos, wächst dafür aber ziemlich schnell. Ihre Blätter sind in der Regel saftig grün, können aber auch gelbe oder rötliche Färbungen haben. Ihre Blüten sind weiß. Am besten gedeiht die Glanzmispel, wenn ihr sie außerhalb ihrer Blütezeit im Frühjahr oder Herbst in die Erde setzt. Als Standort eignet sich ein sonniges oder halbschattiges Plätzchen. Obwohl die Pflanze Temperaturen von bis zu -20 Grad aushält, solltet ihr sie bei anhaltendem starken Frost am besten mithilfe von ein paar Tannenzweigen vor der Kälte schützen. So mindert ihr die Gefahr, dass Äste absterben können. Weitere Tipps, wie ihr euren Garten winterfest machen könnt, findet ihr im Übrigen auch hier bei uns.

Der Blickfang im Garten: die Kamelie


Die Kamelie (Bild oben) entfaltet ihre volle Schönheit je nach Art zwischen Mai und September, steht also auch im Frühherbst noch in voller Blüte. Diese ist entweder rot, rosa oder weiß. Anders als bei der Glanzmispel und dem Feuerdorn, müsst ihr euch allerdings um die Kamelie ein wenig mehr kümmern, damit sie sich in eurem Garten gut aufgehoben fühlt. Auf keinen Fall sollte die Pflanze unmittelbar der Sonne ausgesetzt sein. Kamelien bevorzugen halbschattige, wenn nicht vollständig schattige Standorte. Ideal ist es, wenn eine Hecke oder Bäume in der Nähe sind, die den Strauch vor extremen Wetterbedingungen schützen. Gerade im Winter ist dies von Vorteil. Zwar kann ein Kamelienstrauch draußen überwintern, jedoch nicht ohne ein wenig Vorbereitung. Die Wurzeln solltet ihr vor dem ersten Frost mit Laub und einigen Tannenzweigen abdecken. Den Strauch selbst könnt ihr ebenfalls mit Vlies bedecken, der ein wenig Luft an die Pflanze lässt. Der ideale Zeitpunkt, um Kamelien einzupflanzen, ist im April, wenn die Temperaturen nicht mehr zu weit nach unten ausschlagen können.

Bodendecker – immergrün und praktisch

Toll ist nicht nur, dass so viele Bodendecker immergrün sind und schnell große Flächen füllen können. Sie erfüllen außerdem noch einen guten Zweck: Sie halten das Unkraut aus eurem Garten fern. Außerdem sorgen sie für ideale Bedingungen für andere Gartenpflanzen, indem sie den Boden locker machen und so auch feucht halten. Besonders praktisch sind Bodendecker vor allem dann, wenn sie nicht nur zu bestimmten Jahreszeiten austreiben, sondern zu jeder Jahreszeit grün sind. Idealerweise pflanzt ihr Bodendecker in euren Garten kurz bevor der Herbst beginnt. Da zu diesem Zeitpunkt weitaus weniger Unkraut aus dem Boden sprießt als im Frühjahr und Sommer, haben die Pflanzen weniger Konkurrenz und können besser ihre Wurzeln austreiben. Besonders schwierig ist für gerade eingesetzte Pflanzen sich gegen aggressives Unkraut wie Giersch oder Quecke zu behaupten. Diese solltet ihr möglichst aus der näheren Umgebung entfernen. Hier sind einige Bodendecker im Überblick.

Der Efeu: Viele kennen den Efeu vielleicht bisher nur als Kletterpflanze. Doch eignet er sich genauso auch als Boden deckendes Gewächs, allerdings nur an einem möglichst schattigen Standort. An kalten Tagen kann der Efeu, obwohl er zu den winterharten Gartenpflanzen zählt, in der Sonne leicht austrocknen und das ist wiederum kein hübscher Anblick. Pflanzt ihn darum idealerweise an einem schattigen bis halbschattigen Platz.

Die Kriechspindel: Sie gehört auch zu den immergrünen Bodendeckern. Besonders in der Wintermonaten fallen Arten wie "Emerald Gaiety" oder "Emerald Gold'n" durch ihre leicht rötliche Verfärbung auf und verleihen so eurem Garten zusätzlich noch ein bisschen mehr Farbe. Damit sich die sonst grünen Blätter mit weißer beziehungsweise gelber Maserung verfärben, benötigt die Pflanze aber Sonnenlicht. Je dunkler der Standort, umso geringer fällt die Färbung am Ende aus. Grundsätzlich wächst dieser Bodendecker allerdings ebenso an einem schattigen Platz. Je nach Art kann das Wachstum der Kriechspindel eher schwach bis mäßig ausfallen. Wenn ihr eine große Fläche vollständig bedecken möchtet, empfehlen wir euch pro einzelnen Quadratmeter sechs bis zwölf Pflanzen in die Erde zu setzen.

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Das kleinblättrige Immergrün (Bild oben) Beliebt ist diese Pflanze nicht nur, weil sie das ganze Jahr lang ihre Blätter behält, sondern vor allem, weil sie selbst von März bis Juli hübsche kleine blaue oder auch weiße Blüten trägt. Im Gegensatz zu anderen Bodendeckern ist das kleinblättrige Immergrün anspruchsvoller in Bezug auf den notwendigen Boden. Ist die Erde zu sauer und enthält nicht ausreichend Nährstoffe, kann es sein, dass die Pflanze nur spärlich wächst und den Boden nicht lückenlos bedeckt. Idealerweise solltet ihr also beim Einpflanzen darauf achten, dass der Boden in eurem Garten einen neutralen pH-Wert hat und möglichst locker ist. Ob Sonne oder Schatten an seinem Standort überwiegt, spielt für das kleinblättrige Immergrün keine große Rolle. Achtet darauf, genügend Pflanzen in die Erde zu setzen. Weniger als zehn pro Quadratmeter sollten es nicht sein.

Ein weiterer gerne verwendeter Bodendecker ist außerdem der Balkan-Storchschnabel, der von Mai bis Juli eine leicht rosafarbene Blüte austreibt, bis zu 30 Zentimeter hoch wachsen kann und so ebenfalls zu den winterharten Stauden zählt. Auch die Elfenblume findet sich in vielen Gärten. Boden deckend wächst jedoch nur die Gelbe Elfenblume. Sie trägt von April bis Mai kleine gelbe Blüten. Die Teppich-Golderdbeere sowie das Hungerblümchen sind ebenfalls immergrüne Bodendecker.

Winterharte Stauden: Jetzt geht es hoch hinaus im Garten

Stauden eignen sich perfekt, um in eurem Garten einige markante farbliche Highlights zu setzen, ganz einfach, weil sie über einen Großteil anderer Pflanzen hinausragen und sich so auch gegenüber Büschen und kleinen Bäumen behaupten können. Winterharte Stauden bieten dabei noch den zusätzlichen Vorteil, dass ihr sie nicht jedes Jahr aufs Neue in die Erde setzen müsst. Zusätzlich können sie auch noch immergrün sein. Eine kleine Auswahl haben wir euch hier zusammen getragen.

Ein Großteil der Stauden verblüht im Herbst und treibt erst im nächsten Jahr wieder aus. So aber nicht die Bergenie oder die Palmlilie. Die
Winterblumen
blühen zwar im Sommer, behalten aber ganzjährig ihre Blätter. Letztere ist jedoch nicht unbedingt winterhart. Zu starker Frost kann für die Palmlilie zu einem Problem werden. Indem ihr das Wurzelwerk ähnlich wie bei der Glanzmispel abdeckt, könnt ihr Schäden an der Pflanze vermeiden. Der Ysander, der Bitterwurz und das Blaukissen sind ebenfalls winterharte Stauden und gleichzeitig immergrüne Gartenpflanzen.

Immergrüne Heckenpflanzen: Für jede Jahreszeit geeignet

In der Regel möchten die meisten Hobbygärtner Hecken als Begrenzung in ihren Garten pflanzen. Das hat jedoch auch einen tollen Nebeneffekt für die Natur, denn in den dichten Ästen und Zweigen von Heckenpflanzen, die immergrün und winterhart sind, kann eine Vielzahl von Tieren das ganze Jahr über Unterschlupf suchen. Im Gegensatz zu anderen Gewächsen wie Stauden oder Kletterpflanzen wachsen Hecken allerdings etwas langsamer. Wir zeigen euch, welche Heckenpflanzen immergrün und winterhart sind:

Zu den typischen winterharten und immergrünen Heckenpflanzen zählt der Buchsbaum. Er gehört eher zu den langsam wachsenden Arten. Der Liguster hingegen kann pro Jahr bis zu einen Meter in die Höhe schießen. Insbesondere, wenn ihr schnell einen Sichtschutz für euren Garten haben möchtet, ist er also eine gute Wahl. Zu den schnell wachsenden Sorten gehört auch die Kirschlorbeere. Sie schafft es pro Jahr auf etwa 40 Zentimeter. Steht euch nur eine schmale Fläche zur Verfügung, bietet sich die Thuja – auch "Lebensbaum" genannt – an. Sie wächst zwar mit durchschnittlicher Geschwindigkeit nach oben, dehnt sich aber dabei nicht so in die Breite aus, wie andere Heckenpflanzen.

Möchtet ihr eure Heckenpflanzen in Form bringen, ist dies theoretisch das ganze Jahr über möglich. Nur bei Frost solltet ihr nicht zur Heckenschere greifen. Für radikale Zuschnitte bietet sich am besten der Herbst an. Zwischen März und Oktober solltet ihr euch damit eher zurückhalten.


Bildnachweise:
11217488: Kamelia (iStock/ooyoo)
75296059: Beet von Kleinem Immergrün (iStock/schnuddel)
Infografik Kleines und Großes Immergrün (Blume2000.de)