Seedbombs – blühende Überraschung | Blume2000.de

Seedbombs – schon mal gehört? Wir zeigen euch, was es mit den kleinen Saatkugeln auf sich hat und wie ihr sie selbst herstellen und benutzen könnt.

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Seedbombs – kleine Kugeln mit großer Wirkung

Eigentlich sehen die kleinen braunen Kugeln ziemlich unscheinbar aus. Doch dafür ist das Ergebnis, das ihr mit ihnen erreichen könnt, umso eindrucksvoller und schöner. Mithilfe von Seedbombs könnt ihr euren Garten in eine bunte Blumenwelt verwandeln oder an einigen tristen Ecken in eurer Stadt für ein bisschen mehr hübsches Grün sorgen. Und das Beste: Ihr müsst dafür überhaupt keinen Aufwand betreiben. Ihr könnt die Saatkugeln einfach von eurem bequemen Gartenstuhl aus in ein Beet werfen und in den nächsten Wochen den kleinen Samen beim Keimen und Wachsen zusehen. Auf die Kugel gekommen? Wir zeigen euch alles, was es Spannendes über die Seedbombs zu wissen gibt, wo sie ursprünglich herkommen und natürlich, wie ihr sie selbst basteln könnt. Damit ihr auch wisst, wo ihr die kleinen Kügelchen unterbringt, haben wir eine DIY-Anleitung für euch, wie ihr euch eure eigenen Seedbomb-Säckchen nähen könnt (Anleitung unten).


Seedbombs – Was ist das eigentlich?

Die Seedbombs, übersetzt 'Samenbomben', bestehen aus einer Mischung von Ton und Erde – und natürlich Pflanzensamen. Das Saatgut ist im Inneren der Kugel sicher verwahrt und muss daher nicht in die Erde eingepflanzt werden. Einmal an ihrem Ziel angekommen, wird der Regen die Ton-Erde-Mischung aufweichen und das Saatgut zu keimen beginnen. Seedbombs können ganz unterschiedliche Pflanzensamen enthalten. Häufig werden auch Samen gemischt, um schöne bunte Blumenwiesen zu pflanzen – und das alles mit nur einer Handbewegung.

Wer hat die Seedbombs erfunden?

Eines ist klar: Seedbombs gibt es schon lange. Es wird vermutet, dass die kleinen Saatkugeln sogar schon im alten Ägypten verwendet wurden. Sie sollen dazu genutzt worden sein, Ackerland möglichst schnell zu bepflanzen, wenn der Nil über die Ufer getreten war und somit das Land fruchtbar gemacht hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde diese Methode des schnellen und unkomplizierten Gärtnerns auch viel in Japan verwendet, um möglichst schnell Nahrung anbauen zu können. Als besonders wichtige Figur gilt hier der japanische Reisbauer Masanobu Fukuoka. Er soll Seedbombs – japanisch 'nendo dango' – verwendet haben. Seine Methoden schwappten wiederum in den 1970er Jahren in die USA und auch nach Europa über. Zu diesem Zeitpunkt wurden Seedbombs durch die Bewegung des Guerilla Gardenings besonders populär.

Die Anhänger des Guerilla Gardenings nutzen noch heute das Pflanzen von Blumen als eine Art Protestbewegung, beispielsweise gegen politische Entscheidungen. Eine etwas andere Form ist das Urban Gardening. Hier werden ebenfalls Seedbombs eingesetzt. Aber nicht, um Kritik zu äußern oder seine Meinung auszudrücken, sondern ganz einfach, um die immer grauer werdenden Städte mit mehr Grün zu versorgen und an den unterschiedlichsten Orten Blumen aufblühen zu lassen. Ein weiteres Ziel: das ökologische Gleichgewicht erneut herstellen. Das gilt nicht nur für öffentliche Plätze, sondern auch für den eigenen Garten oder den Balkon. Die Saatbälle werden auch für urbane Gemeinschaftsgärten genutzt, um hier schnell Nutzpflanzen wie Kräuter und Gemüsepflanzen aussäen zu können.

Seedbombs-Anleitung: So klappt es mit dem Urban Gardening

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Um eure eigenen Seedbombs herstellen zu können, braucht ihr zuerst einmal folgende Zutaten:

unterschiedliche Pflanzensamen, Tonpulver, Erde (gerne mit Kompost versetzt) und Wasser.

Die Mischung ist ganz einfach: Auf jeden Teil Samen kommen 4-5 Teile Erde und 4-5 Teile Tonpulver. Mischt ruhig unterschiedlichen Pflanzensamen miteinander. So entsteht letztendlich eine bunte Blumenwiese. Noch zwei zusätzliche Hinweise: Heimische Blumen haben es in freier Wildbahn leichter als exotische Pflanzen. Sie sollten daher eure erste Wahl sein. Außerdem – und das ist besonders wichtig – solltet ihr nur Samen von völlig ungiftigen Pflanzen verwenden, die für niemanden eine Gefahr darstellen können.

Mischt zuerst die Erde und die Samen miteinander und gebt anschließend das Tonpulver dazu. Erst jetzt kommt das Wasser hinzu. Nehmt nur gerade so viel, dass sich die einzelnen Zutaten gut vermengen lassen, aber das Gemisch nicht sofort hart wird.

Nun geht es ans Formen der kleinen Kugeln. Sie sollten etwa so groß wie eine Walnuss werden. Verwendet ihr zu viel Masse für eine Kugel, kann es passieren, dass die Samen nicht richtig keimen. Die Kügelchen sind fertig, wenn sie schön rund und glatt gerollt sind.

Jetzt müssen die Seedbombs nur noch trocknen. Wer sich noch ein bisschen gedulden kann, legt die kleinen Kügelchen an einen halbschattigen Ort für ein bis zwei Tage zum Trocknen aus. Soll es lieber schneller gehen, können die Seedbombs auch im Ofen getrocknet werden. Bei etwa 50 Grad brauchen die Saatbälle bis zu vier Stunden, um vollständig ausgehärtet zu sein. Werft am besten zwischendurch immer mal wieder einen Blick in den Ofen und überzeugt euch mithilfe eines Holzstäbchens davon, dass die Kugeln nicht schon vorher trocken genug sind. Werden die Seedbombs zu hart, können sie auseinanderbröseln.

Übrigens eignen sich Seedbombs auch super als Geschenk für Hobbygärtner. Sie sind auch ein tolles Präsent zum Einzug, wenn auf dem Balkon oder im Garten schnell ein bisschen was wachsen soll. Richtig super sehen die Seedbombs aus, wenn ihr sie noch verpackt. Eine Anleitung für passende, selbst genähte Säckchen gibt es hier zum Downloaden. Dann bleibt euch nur noch eins zu tun: Eure Stadt ein bisschen grüner werden zu lassen!




Hinweis: Über die Rechtmäßigkeit seines Handelns sollte sich jeder aufklären und überdenken, auf welchen öffentlichen Grünflächen die Samenbomben abgeworfen werden. Dabei geht es um den Schutz von Biotopen und von den rechtmäßigem Eigentum anderer.

Bildnachweise:
Seedbomb in Erde (iStock/Heike Rau)
Rosa Wildblume (iStock/bgton)
Wildblumen-Feld (iStock/munandme)